About our lifes,

dreams and

the green gras

Ich laufe...

Ich laufe. Laufe. Laufe. Meine Beine tragen mich einfach so. Ganz leicht. Der Wind weht mir scharf ins Gesicht und trägt meine Gedanken mit sich fort. Ich laufe immer weiter, ohne anzuhalten. Mein Atem geht schnell und schwer. Doch ich merke es nicht. Ich merkte gar nichts mehr. Auch den stechende Schmerz in meiner linken Seite spüre ich nicht. Um mich herum ist weites Feld, doch ich beachte es gar nicht. Eine Strähne meines dunklen Haares löst sich aus dem Zopf, den ich im Nacken gebunden habe, doch der Wind hält sie aus meinem Gesicht.Ich lasse meinen Gedanken freien Lauf, doch mein Kopf fühlt sich leer an. Der Wind nimmt meine Gedanken sofort auf und trägt sie in die weite Welt hinaus. Wo sie verstreut werden und irgendwann ganz verschwinden.
Wie konnte mir so etwas passieren? Ausgerechnet mir? Mir, die immer so auf ihre Freiheit gepocht hat, die immer ihren Stolz hatte und wusste was sie wollte. Und das alles war mit einem Schlag weg? Einfach so verpufft? Geklaut und Niedergemetzelt? Das kann nicht sein, das darf einfach nicht sein! Das alles läuft total schief. Ich hab alles fest in der Hand, das darf mir keiner wegnehmen und mich ins 
Schlingern 
bringen.                                                                                                                    
Der vergangene Tag rast durch meinen Kopf. Immer und immer wieder. Ich sehe Bilder vor meinem inneren Auge, die sofort wieder verschwinden und wiederkommen. Ich schließe die Augen und laufe schneller. Meine Schritte kommen hart und aggressiv auf den Asphalt auf. Als wollte ich den Boden treten. Der Wind schafft es immer weniger meine Gedanken mitzunehmen. Zu sehr sitzen sie in meinen Kopf fest. Zu sehr nehmen sie mich mit.
Ich verstehe immer noch nicht, wie ich das zulassen konnte. Ich weiß bis jetzt noch nicht, was da wirklich schief gelaufen ist. Kann alles noch nicht begreifen. Das ist alles so surreal und falsch. Und trotzdem wahr. Ich bin eingebrochen. Alles ist über mir zusammengebrochen. Alles ist falsch gelaufen!
Es ist kalt, doch das stört mich nicht. Zu aufgebracht und wütend auf mich selbst, bin ich um das richtig wahrzunehmen. Es ist dunkel geworden. Die Sonne ist hinter dunklen Wolken verschwunden. Genau wie meine Beziehung, denke ich. Am Horizont sieht man, dass es regnet. Und ich laufe genau darauf zu. Doch das bringt mich nicht dazu, umzukehren. Ich laufe. Immer weiter und weiter. Ohne Pause. Nun fallen auch die ersten Regentropfen über mir. Zerspringen auf dem grauen Asphalt. Färben ihn dunkler. Lassen ihn glänzen.
Immer mehr Regentropfen fallen. Es regnet sich ein. Nach kurzer Zeit bin ich durchnässt. Und endlich bleibe ich stehen. Und denke es das erste mal: Ich habe meinen Freund verloren. Zu versessen war ich auf meinen Stolz. Zu versessen war ich auf meine Freiheit und Eigenständigkeit. Ich bin selbst schuld.
Ich hab es gedacht. Ich hab es eingesehen. Und plötzlich fühle ich mich nicht mehr erschlagen und verloren. Ich fühle mich traurig und trotzdem muss ich lächeln.
Ich weiß es und wusste es schon die ganze Zeit. Ich selbst bin schuld, aber es ist nicht so schlimm.

by Laura

8.11.07 18:19
 


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